Röntgen
KNK Röntgen !?
Einige Beschäftigte des KNK behaupten, dass in der Röntgenabteilung ein anderer Menschenschlag arbeitet als auf den Stationen. Alltag in der Röntgenabteilung sind kurzer
Patientenkontakt und Hilfeleistung für die Menschen mit überwiegend technischem Gerät.
Der Versuch, Verletzten und Schwerkranken Zuwendung zu geben, wird durch eine
immer höhere Patientendichte vereitelt. Die „Stückzahl“ muss stimmen, ja muss immer
größer werden. Und Großgeräte müssen optimal genutzt werden.
Leerstehende Geräte verursachen der verantwortlichen Leitung und einigen Kolleginnen „Bauchschmerzen“, so dass verbaler Druck auf andere Kollegen, Stationen und Transport
aufgebaut wird. Wer da nicht mitmacht, wird abgewertet, bedrängt und versteckt
oder offen aggressiv angegangen. Menschlicher Anstand und respektvoller Umgang
wird dann nur noch dem entgegengebracht, der sich fügt. Und wer sich dann wehrt, der
wird als Unruhestifter ausgemacht, der „Spieß wird einfach umgedreht“.
Das führte in jüngster Vergangenheit dann dazu, dass ein halbes Dutzend MTA, alles
langjährige Mitarbeiterinnen, innerhalb von 2 Jahren die Abteilung verlassen haben.
Im Ärztlichen Bereich wurde in einer Art und Weise mit den Kollegen umgegangen, dass
auch hier eine personelle Ausdünnung stattfand, welche die Handlungsfähigkeit der
Röntgen-Abteilung für einen nicht unerheblichen Zeitraum in Frage stellte.
Erst massiver Aktionen mit Hilfe des örtlichen Betriebsrates und dann auch Maßnahmen
des Arbeitsgerichtes zwangen die verantwortliche Leitung, und auch die Geschäftsleitung
zum Umdenken.
So ist jetzt wieder ausreichend Personal vorhanden, es gibt sogar 2 Chefärzte im Röntgenbereich.
Auch der Umgangston ist deutlich erträglicher geworden, der Druck aber ist
geblieben. Die „Stückzahl“ muss stimmen.
Tatsache ist, dass sich auch in der Röntgen-Abteilung die ausnahmslos betriebswirtschaftliche
Ausrichtung der Konzernleitung widerspiegelt.
Die „Röntgen-Herde“ wird durchgetrieben, koste es was es wolle.
Technik statt Zuwendung, Geld statt Seele. Der Anspruch sinkt. Egal, Hauptsache die
Zahlen stimmen, welche wichtiger sind als alles andere, oder warum wird denn jeder Arbeitsschritt
teilweise doppelt bis dreifach erfasst? Da wird sich dann alles hingerechnet.
Je nach Bedarf: Zahlen gut: mehr Geld für Großverdiener. Zahlen schlecht: weniger Geld
für die, welche den Laden am laufen halten. Für Berater wird aber immer gesorgt. Warum
eigentlich? Aber wir helfen ja gerne. Und der liebe Hr. Liebetrau soll ja auch nicht
leben wie ein Hund.
So ist das nun mal, meinen einige, alles Übertreibung. Hier ein neues CT, dort schöne
neue Betten, nette Menschen feiern sich selber bei der Eröffnung des neuen Anbaus,
das Fernsehen ist da, alles prima.
Die Not des einzelnen in der konkreten Situation wird ausgeblendet, ist persönliche Unzulänglichkeit.
Im Moment scheint alles „rosarot“ zu sein im KNK Röntgen, so wie auch immer wieder
mal bei Euch an Eurem Arbeitsplatz, aber schon lange nicht mehr im Labor, bei den Reinigungskräften bei SVL oder im OP. Wie groß soll die Not denn werden, und wer soll
dann diese unselige Entwicklung noch umkehren?
Wer sind die nächsten, die der Profitgier zum Opfer fallen? Jeder einzelne muss sich hier
fragen wo seine Schmerzgrenze ist. Nur zusammen können wir diesem „Irrsinn“ vielleicht Einhalt gebieten.



