Nachtdienst

"Die 12 bleibt!",
so stand es auf einem Aufkleber, der vor ca. 6 Jahren überall im KNK klebte. Die 12 war die Aufnahmestation im KNK und sollte geschlossen werden. Der damalige ärztliche Leiter musste ganz schön rudern, um das Konzept trotz der heftigen Proteste hinzukriegen.

Schließlich wurde die 12 zugunsten des Ausbaus der Rettungsstelle -so hieß es jedenfalls-  aufgelöst. Zur Beruhigung der Gemüter sagte der leitende Direktor, ich glaube, das war der Prof. Dr. Dr. Holzgreve, dass die Patienten der ehemaligen Aufnahmestation so verteilt würden, dass pro Station nur mit einer oder höchstens zwei Aufnahmen im Spät- und Nachtdienst zu rechnen sei. Schon damals hörte es sich wie ein Märchen an, hatte doch die 12 über 20 Betten und Aufnahmen pro Nacht, die jetzt verteilt werden mussten.

Heute ist die Situation so, dass pro Nacht bis zu acht Aufnahmen auf eine Station "umgeleitet" werden. Die Aufnahmearbeit, die früher die Aufnahmestation geleistet hat, hat jetzt die periphere Station abzuarbeiten. Ein realer Fall: Eine Kollegin, die allein im Nachtdienst war, nur mit Hilfe eines Springers von der Nachbarstation, hatte neben der Routinearbeit noch 7 Aufnahmen. Das heißt: Siebenmal werden Patienten geweckt, da ein  Neuzugang von der Trage erst ins Bett gelegt werden muss. Siebenmal werden Kurven und Krankenakten angelegt, siebenmal die ärztlichen Anordnungen getätigt. Dazwischen klingeln die anderen Patienten und der Springer muss zurück auf seine Station, da auch dort Neuaufnahmen angekommen sind. Arbeit macht nicht immer zufrieden, krankmachen darf sie aber nicht! Morgens geht die Kollegin entnervt, ausgepowert und unzufrieden nach Hause. Unzufrieden deshalb, weil sie gezwungen war, einige pflegeaufwendige  Patienten nicht so behandeln, wie es Standard ist und wie sie es gelernt hatte.
Und das macht auf Dauer krank!

Eine Aufnahmestation hätte die Kollegin erheblich entlastet und den Schlaf der anderen Patienten nicht gestört.
Deashalb brauchen wir wieder eine Aufnahmestation oder aber bei Nachtarbeit immer zwei Pflegekräfte pro Station!
Damit die Schwester gesund bleibt und der Patient gesund wird! 

Sabine Junker

Sabine Junker
Krankenschwester und Nachrückerin für den Betriebsrat